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Max Nagl will zum Beginn der WM-Saison wieder fit sein und nach seinen Operationen in Valkenswaard zum ersten Mal in diesem Jahr starten. Er hat vor kurzem der “Motorsport aktuell” ein Interview gegeben, dass wir Euch nicht vorenthalten wollen. Wir hoffen, dass unsere deutsche WM-Hoffnung sich in den kommenden Wochen gut erholt, dass die Reha erfolgreich ist und Max mit Zuversicht in die neue WM-Saison starten kann.

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Interview / Max Nagl
Motorsport aktuell, erschienen am 17. Januar 2012

Max Nagl hat in diesem Winter zwei Rücken-OPs über sich ergehen lassen müssen. Aber Deutschlands Nummer 1 der Motocross-WM-Fahrer hat den WM-Titel 2012 noch nicht abgeschrieben.

Max, wie sieht es jetzt mit deinem Rücken aus?

Nagl: Es wird jetzt nach der zweiten OP langsam besser. Die ersten zwei Wochen waren wieder schlimm, weil ich nur im Bett liegen durfte. Die Schmerzen sind immer noch da, es dauert noch, aber sie werden weniger. Bei der ersten OP war das Problem, dass die Schrauben sich gelöst haben. Jetzt sind es Wundschmerzen, weil die Ärzte so kurz hintereinander geschnitten haben. Ich denke, es sind nur die Nerven, die noch weh tun.

Hat man jetzt feststellen können, wie die Bandscheibenprobleme entstanden sind?

Nagl: Es muss schon mehrere Jahre Verschleißerscheinungen an meinen Bandscheiben gegeben haben. Aber wir haben sie nie gesehen, weil ich nie Schmerzen hatte und meinen Rücken nie röntgen lassen musste. Aber in der Wo0che vor Valkenswaard im letzten Jahr, als ich beim Training meinen Rücken komplett verdreht habe, ist die Bandscheibe rausgerutscht und ab da waren die Probleme zu spüren. Es war schon über Jahre da, aber wir haben es erst bemerkt, als es schon zu spät war.

Wie läuft es jetzt weiter?

Nagl: Mein nächster Termin zur Kontrolle ist diese Woche Dienstag und ich hoffe, dass ich dann das OK bekomme, mit der Physiotherapie anzufangen. Der Plan ist, dass ich am 6. Februar im Red-Bull-Trainingszentrum mit der Reha anfange. Ich werde da meinen eigenen Trainer haben, und wenn alles gut geht, fahre ich ab März mit dem Motorrad. Aber zuerst muss ich komplett schmerzfrei sein.

Bleibt der WM-Auftakt zu Oster im niederländischen Valkenswaard weiterhin dein Ziel?

Nagl: Ja, ich habe alle Rennen vor Valkenswaard abgehakt. Ich könnte frühestens eine Woche vor Ostern Rennen fahren, und an diesem Wochenende gibt es kaum ein Rennen, das sich als Generalprobe eignet, weil alle Spitzenfahrer sich auf ihre letzten Vorbereitungen vor dem WM-Auftakt konzentrieren.

Hattest Du Gelegenheit, vor der Operation auf der neunen 450er KTM zu sitzen?

Nagl: Nein, Ich bin bis jetzt überhaupt nicht damit gefahren. Mathias Walkner fährt auch mit der 450er als Testfahrer, so werden er und Ryan Dungey die Grundeinstellungen machen. Aber wir fahren ziemlich unterschiedlich, also muss ich die Feinabstimmung selbstvornehmen.

Was versprichst du dir von deinem neuen Arbeitsgerät?

Nagl: Ich erwarte, dass es leichter ist als die bisherige 450er und im Handling wesentlich besser. Von der Power her wird sie sicherlich stärker sein als die 350. Das wird ein tolles Motorrad für mich. Ich fahre schon immer über den Gasgriff. Bei der 350er war es für mich schwierig, weil das Drehmoment fehlte; die 350er war ziemlich auf Spitzenleistung angelegt.

Bereust Du den Umstieg im vergangenen Winter auf die 350er?

Nagl: Nein. Es war trotzdem die richtige Entscheidung. Es hat mir geholfen mich zu entwickeln. Auf der 450er konnte ich mich immer auf die Starts verlassen, aber auf der 350er musste ich mehr von hinten wieder nach vorne fahren. Es war eine neue Erfahrung, eine neue Motivation. Jetzt habe ich nochmals ein neues Motorrad und eine neue Motivation. Die alte 450er war schon am Limit und es gab kaum Möglichkeiten zur Weiterentwicklung.

Was versprichst du dir von der Saison 2012?

Nagl: Ich glaube schon, dass ich in diesem Jahr vorne in der WM mitmischen kann. Es wird vielleicht anfangs nicht so gut gehen, aber es wird eine komplett neue Erfahrung. In der Vergangenheit habe ich jeden Winter so viel trainiert. Diesmal konnte ich das nicht tun, aber vielleicht tut mir dies gut. Der Anfang wird bestimmt schwierig, aber vielleicht bin ich dann am Ende der Saison stärker als sonst. In der Vergangenheit hatte ich immer während der Saison einen Einbruch. Ich spüre auch keinen Druck, durch die Verletzung erwartet niemand zu viel von mir.

Dein KTM-Werksvertrag läuft Ende 2012 aus; machst du dir darüber Gedanken?

Nagl: Es stimmt, dass mein vertrag Ende 2012 ausläuft, aber ich mache mir keine Sorgen. Ich glaube, dass ich bis zum entscheidenden Moment für einen neunen Vertragsabschluss wieder vorne dabei bin. Ich bin erst 24 und habe noch Zeit, den WM-Titel zu gewinnen. Ich habe sogar 2012 noch nicht abgehakt. Es ist immer noch machbar; es sind 32 Läufe, und niemand wird über die gesamte Saison vorne sein. Ich habe noch Zeit!

Interview: Alex Hodginson


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