Henry Jacobi 2019 in Orlyonok

Henry Jacobi: Kampf um jeden Punkt in Orlyonok

Am östlichen Ufer des Schwarzen Meeres liegt der 1690 Meter lange Hartboden Kurs von Orlyonok. Der Anblick des, von Wald umgebenen Circuits, belohnt die weite Anreise der Top-Motocrosser aus der MX-WM. Und auch MSCler Henry Jacobi war optimistisch: „Diese Anlage hier ist einfach unglaublich schön, ich habe mich wirklich auf das Wochenende gefreut. Die Strecke sieht für heute seh rgut präpariert aus, mal sehen wie uns die Hitze noch beeinflussen wird.“

Am Samstag zeigte sich der Förderfahrer des ADAC Hessen-Thüringen trotz hoher Temperaturen in Top Form. Man erkannte von Beginn an, dass er seine Kawasaki im Griff hatte und gut auf der Strecke zurechtkam. Rang zwei in der ersten Trainingssession unterstrich diesen Eindruck.

Zeittraining top, Qualirennen flop

Auch das folgende Zeittraining verlief für Henry nach Plan. Nach einer spannenden Zeitenschlacht, schaffte der 22-Jährige die zweitschnellste Runde und das mit nur 0,055 Sekunden hinter WM-Spitzenreiter Jorge Prado: „So nah war ich noch nie an der Poleposition, der Speed ist da und nun hoffe ich, dass ich das im Rennen umsetzen kann.“

Das Qualifikationsrennen war für Henry recht schnell entschieden. Er startete schlecht und kam als 17. in die erste Runde. „Da ich wusste, dass die beiden Rennen morgen extrem hart werden, habe ich schnell Speed rausgenommen und mich bemüht den Lauf ruhig und ohne Risiko zu beenden. Ich konnte noch bis auf Platz zehn vorfahren, was eine gute Position am Gatter bedeutet.“

Unglaubliche Aufholjagd

Der Fahrer vom F&H Racing Team startete dann motiviert in den Rennsonntag. Aber der Start zu Lauf eins beendete schnell Henrys Ambitionen auf einen Podiumsplatz. Zwar kam er gut aus dem Gatter, geriet aber dann in den Sog eines Fahrerpulks, das gemeinschaftlich geradeaus statt in die Kurve fuhr. Das Feld kam zum Stehen und der Pilot aus Bad Sulza musste vom letzten Platz aus die 35-minütige Fahrt in Angriff nehmen.

Henry zeigte einen starken Kampf nach vorn, fuhr in seiner letzten Runde sogar noch seine persönliche Bestzeit. Am Ende gab es 13 WM-Punkten für Platz acht. Doch das war nicht das, was der MSCler anvisiert hatte: „Ich bin total enttäuscht. Es ist so traurig, dass ich das, was eigentlich in mir steckt, nicht in gute Ergebnisse umwandeln kann. Ich hoffe auf das zweite Rennen.“

Jetzt werden noch mal Starts trainiert

Start zwei beförderte den Thüringer in die Mitte des Feldes. Er brauchte lange um einen ruhigen Rhythmus zu finden. Ab der achten Runde konnte Henry aber den Schalter umlegen und machte Boden gut. Die hohen Temperaturen und der kräfteraubende Einsatz im ersten Moto hatten aber ihre Spuren hinterlassen und so konnte die deutsche Hoffnung im MX2-Feld nicht wirklich um eine Spitzenposition kämpfen. Ein weiterer achter Platz wurde es am Ende.

Henrys Fazit: „Natürlich weiß ich, dass das ganz gute Platzierungen sind, aber eben nur ganz gut. Wenn man bedenkt, dass ich im Training noch im Spitzenkampf war, bin ich schon enttäuscht. Aber es nutzt ja nichts, in der nächsten Woche werde ich noch einmal Starts trainieren und dann geht es weiter in Kegums.“

Auch in Russland holte sich der Spanier Jorge Prado beide Laufsiege. Thomas Kjer Olsen (DEN) und Jago Geerts (BEL) folgten jeweils in dieser Reihenfolge auf den Rängen. Auch in der MX2-Gesamtwertung sind sie das Spitzentrio. Auf Rand vier folgt Henry Jacobi mit 21 Punkten Rückstand auf den Drittplatzierten Geerts.

(Teutschenthal, 12.06.2019, Text: Pressemitteilung, Foto: Bavo Swijgers)